Mathe im Studium
Determinante berechnen: 2x2, Sarrus, inverse & transponierte Matrix
Wenn du im ersten Semester Ingenieurwesen, Informatik oder Mathe studierst, kommst du an drei Dingen nicht vorbei: Determinante berechnen, inverse Matrix bestimmen und transponieren. Ich bin Niru, Mathe-Tutor bei MatheCode, und ich sehe jedes Semester dieselben Übungszettel – und dieselben vermeidbaren Fehler. In diesem Artikel bekommst du alle Formeln kompakt, zwei komplett durchgerechnete Beispiele und die Stolperfallen, die in LA-1-Klausuren wirklich Punkte kosten.
Kurz gesagt: Für eine 2x2-Matrix
A = (a b; c d)giltdet(A) = a·d − b·c, für 3x3 nutzt du die Regel von Sarrus. Die Inverse einer 2x2-Matrix istA^(-1) = 1/det(A) · (d −b; −c a)– sie existiert genau dann, wenndet(A) ≠ 0. Die TransponierteA^Tentsteht durch Vertauschen von Zeilen und Spalten; giltA = A^T, heißt die Matrix symmetrisch.
Determinante berechnen: die Formeln im Überblick
Die Determinante ist eine einzelne Zahl, die dir sofort verrät, ob eine quadratische Matrix invertierbar ist – und geometrisch, wie stark die zugehörige lineare Abbildung Flächen bzw. Volumen skaliert.
| Größe | Methode | Formel |
|---|---|---|
| 2x2 | Diagonalen-Formel | det(A) = a·d − b·c |
| 3x3 | Regel von Sarrus | det(A) = aei + bfg + cdh − ceg − afh − bdi |
| n x n | Laplace-Entwicklung | det(A) = Σ (−1)^(i+j) · a_ij · det(A_ij) |
| n x n | Gauß-Verfahren | auf Dreiecksform bringen, Produkt der Diagonale |
Der 2x2-Fall ist der Einstieg: Hauptdiagonale mal, Nebendiagonale minus. Für A = (3 5; 2 4) rechnest du det(A) = 3·4 − 5·2 = 12 − 10 = 2. Fertig.
Regel von Sarrus: 3x3-Determinante komplett durchgerechnet
Für die 3x3-Matrix A = (a b c; d e f; g h i) schreibst du gedanklich die ersten beiden Spalten noch einmal rechts daneben. Dann bildest du drei “Runter-Diagonalen” (plus) und drei “Rauf-Diagonalen” (minus).
Rechnen wir das an einem konkreten Beispiel. Gegeben ist A = (2 1 3; 0 4 1; 5 2 0), also a=2, b=1, c=3, d=0, e=4, f=1, g=5, h=2, i=0.
Plus-Diagonalen (nach rechts unten):
a·e·i = 2·4·0 = 0b·f·g = 1·1·5 = 5c·d·h = 3·0·2 = 0
Minus-Diagonalen (nach rechts oben):
c·e·g = 3·4·5 = 60a·f·h = 2·1·2 = 4b·d·i = 1·0·0 = 0
Zusammensetzen: det(A) = 0 + 5 + 0 − 60 − 4 − 0 = −59.
Zur Kontrolle die Laplace-Entwicklung nach der ersten Zeile: det(A) = 2·(4·0 − 1·2) − 1·(0·0 − 1·5) + 3·(0·2 − 4·5) = 2·(−2) − 1·(−5) + 3·(−20) = −4 + 5 − 60 = −59. Beide Wege liefern dasselbe Ergebnis – genau so prüfst du dich auch in der Klausur.
Laplace in Kürze: Du entwickelst nach einer Zeile oder Spalte, streichst für jeden Eintrag a_ij dessen Zeile und Spalte, berechnest die kleinere Unterdeterminante det(A_ij) und gewichtest mit dem Schachbrett-Vorzeichen (−1)^(i+j). Profi-Tipp: Entwickle immer nach der Zeile oder Spalte mit den meisten Nullen – im Beispiel oben wäre die erste Spalte mit der 0 in der Mitte noch schneller gewesen. Wichtig: Sarrus funktioniert nur für 3x3. Ab 4x4 brauchst du zwingend Laplace oder das Gauß-Verfahren, das du aus dem Lösen linearer Gleichungssysteme schon kennst.
Wann ist eine Matrix invertierbar?
Hier zahlt sich die Determinante sofort aus. Für eine quadratische Matrix A sind folgende Aussagen äquivalent – dieser “Äquivalenzsatz” ist ein Klausurklassiker:
det(A) ≠ 0Aist invertierbar, d. h. es gibtA^(-1)mitA·A^(-1) = E- die Spalten von
Asind linear unabhängig Ahat vollen Rang- das LGS
Ax = bist für jedesbeindeutig lösbar
Unsere Sarrus-Matrix mit det(A) = −59 ≠ 0 ist also invertierbar. Eine Matrix wie B = (2 4; 1 2) mit det(B) = 2·2 − 4·1 = 0 dagegen nicht – ihre zweite Zeile ist das Halbe der ersten, die Zeilen sind linear abhängig.
Inverse Matrix berechnen: 2x2-Formel Schritt für Schritt
Für 2x2-Matrizen gibt es eine geschlossene Formel, die du auswendig können musst:
A^(-1) = 1/det(A) · (d −b; −c a)
In Worten: Hauptdiagonale tauschen, Nebendiagonale mit Minuszeichen versehen, alles durch die Determinante teilen.
Beispiel: A = (4 7; 2 6).
- Determinante:
det(A) = 4·6 − 7·2 = 24 − 14 = 10. Da10 ≠ 0, existiert die Inverse. - Formel anwenden:
A^(-1) = 1/10 · (6 −7; −2 4) = (3/5 −7/10; −1/5 2/5). - Probe:
A·A^(-1) = (4·(3/5) + 7·(−1/5), 4·(−7/10) + 7·(2/5); 2·(3/5) + 6·(−1/5), 2·(−7/10) + 6·(2/5)). Erste Zeile:12/5 − 7/5 = 5/5 = 1und−14/5 + 14/5 = 0. Zweite Zeile:6/5 − 6/5 = 0und−7/5 + 12/5 = 1. Es kommt die EinheitsmatrixE = (1 0; 0 1)heraus. Passt.
Die Probe kostet dich 30 Sekunden und sichert volle Punkte – mach sie immer.
Gauß-Jordan für größere Matrizen: Ab 3x3 nutzt du den Gauß-Jordan-Algorithmus. Die Idee: Du schreibst A und die Einheitsmatrix nebeneinander in ein Schema [A | E] und formst mit elementaren Zeilenumformungen so lange um, bis links die Einheitsmatrix steht. Rechts steht dann automatisch die Inverse: [A | E] → [E | A^(-1)]. Jede Umformung, die du auf A anwendest, wendest du gleichzeitig auf die rechte Seite an – deshalb funktioniert es. Wenn beim Umformen links eine Nullzeile entsteht, ist A nicht invertierbar.
Häufige Fehler meiner Schüler
Der Klassiker Nummer eins: Bei der 2x2-Inversen werden die Minuszeichen an die falschen Einträge geschrieben – getauscht wird die Hauptdiagonale (a und d), das Minus bekommen b und c auf der Nebendiagonale. Klassiker Nummer zwei: Sarrus bei einer 4x4-Matrix anwenden – das Ergebnis ist schlicht falsch, die Regel gilt nur für 3x3. Und drittens: det(A + B) = det(A) + det(B) ist im Allgemeinen falsch; die Determinante ist multiplikativ (det(A·B) = det(A)·det(B)), nicht additiv.
Transponierte Matrix und symmetrische Matrizen
Die transponierte Matrix A^T bekommst du, indem du Zeilen und Spalten vertauschst: Die erste Zeile wird zur ersten Spalte und so weiter. Aus A = (1 2; 3 4) wird A^T = (1 3; 2 4), aus einer 2x3-Matrix wird eine 3x2-Matrix.
| Regel | Formel |
|---|---|
| Doppelt transponieren | (A^T)^T = A |
| Summe | (A + B)^T = A^T + B^T |
| Produkt (Reihenfolge dreht sich!) | (A·B)^T = B^T·A^T |
| Determinante | det(A^T) = det(A) |
| Inverse | (A^T)^(-1) = (A^(-1))^T |
Eine quadratische Matrix heißt symmetrisch, wenn A = A^T gilt – die Einträge sind an der Hauptdiagonale gespiegelt, also a_ij = a_ji. Beispiel: S = (2 5; 5 7) ist symmetrisch, denn Transponieren ändert nichts. Symmetrische Matrizen sind die “gutmütigsten” Matrizen der linearen Algebra: Ihre Eigenwerte sind immer reell und sie lassen sich stets diagonalisieren. Genau deshalb tauchen sie später überall auf – wie das mit dem charakteristischen Polynom det(A − λE) = 0 zusammenhängt, zeige ich dir im Artikel über Eigenwerte und Eigenvektoren berechnen.
So übst du das klausursicher
Determinanten, Inverse und Transponieren sind reine Rechentechnik – hier holst du in der Klausur die sicheren Punkte, bevor es an Beweise geht. Meine Empfehlung: Rechne pro Technik fünf Aufgaben mit Probe, dann sitzt sie. Wie du das in eine komplette Klausurstrategie einbettest, liest du in meinem Guide Lineare Algebra 1 Klausur bestehen. Wenn dir schon die Bruch- und Vorzeichenroutine aus der Schule fehlt, hilft dir der Mathe-Vorkurs-Artikel beim Aufholen. Und falls LinAlg nur eines von mehreren Mathe-Modulen ist, die dich gerade stressen, schau in meinen Überblick zur Höheren Mathematik im Studium.
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Kostenloses ErstgesprächFazit: Determinante berechnen heißt für 2x2 einfach a·d − b·c, für 3x3 Regel von Sarrus, ab 4x4 Laplace oder Gauß. Die Inverse existiert genau dann, wenn det(A) ≠ 0 – für 2x2 mit der Formel A^(-1) = 1/det(A) · (d −b; −c a), sonst per Gauß-Jordan. Die Transponierte vertauscht Zeilen und Spalten, und A = A^T definiert die symmetrische Matrix. Wer diese Routinen mit Probe rechnet, nimmt aus jeder LA-1-Klausur die sicheren Punkte mit.
Häufige Fragen
Wie berechnet man die Determinante einer 2x2-Matrix?
Für `A = (a b; c d)` gilt `det(A) = a·d − b·c`: Hauptdiagonale mal, Nebendiagonale minus. Beispiel: `A = (3 5; 2 4)` ergibt `det(A) = 3·4 − 5·2 = 12 − 10 = 2`.
Wann ist eine Matrix invertierbar?
Eine quadratische Matrix `A` ist genau dann invertierbar, wenn `det(A) ≠ 0` gilt. Gleichwertig: `A` hat vollen Rang, die Spalten sind linear unabhängig und das LGS `Ax = b` ist eindeutig lösbar. Ist `det(A) = 0`, existiert keine Inverse.
Wie berechne ich die inverse Matrix einer 2x2-Matrix?
Mit der Formel `A^(-1) = 1/det(A) · (d −b; −c a)`: Hauptdiagonale tauschen, Nebendiagonale mit Minuszeichen versehen, durch die Determinante teilen. Für größere Matrizen nutzt du den Gauß-Jordan-Algorithmus mit `[A | E] → [E | A^(-1)]`.
Was ist eine transponierte Matrix?
Die transponierte Matrix `A^T` entsteht, indem du Zeilen und Spalten vertauschst: aus der i-ten Zeile wird die i-te Spalte. Wichtige Regeln: `(A^T)^T = A`, `(A·B)^T = B^T·A^T` und `det(A^T) = det(A)`.
Was ist eine symmetrische Matrix?
Eine quadratische Matrix mit `A = A^T` – die Einträge sind an der Hauptdiagonale gespiegelt, also `a_ij = a_ji`. Symmetrische Matrizen sind besonders angenehm: Ihre Eigenwerte sind reell und sie sind immer diagonalisierbar.


